Bodenhaltung und Haltungsformen im Detail - Darauf ist zu achten | food-compass

Am Thema "Fleisch" scheiden sich oftmals die Geister. Dabei gibt es mehr als nur Massentierhaltung. An diesen Siegeln und Kriterien erkennst du die jeweiligen Haltungsformen und erfährst, welche wirklich die Bezeichnung Bio verdienen.

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Wie Du wirklich erkennst, aus welcher Tierhaltung Deine Produkte stammen

Inzwischen findest du beim Einkaufen auf den Lebensmitteln neben den Bio-Siegeln und -Zertifikaten noch weitere Kennzeichnungen. Vor allem auf Fleisch - aber auch bei Eiern – sind Hinweise über die jeweilige Haltung des betreffenden Tieres vermerkt.

Bodenhaltung und Haltungsformen bei Nutztieren. Hier wird ein Rind auf dem Feld gezeigt.

Aber was genau besagen sie eigentlich? Hier herrscht bei vielen Verbrauchern noch immer große Unsicherheit. In diesem Artikel erfährst du, welche Kennzeichnungen es aktuell gibt und was sie genau bedeuten. So kannst du ab sofort beim Einkauf selbst entscheiden, welche Haltungsformen du mit deinem Geld unterstützen möchtest.

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Zunehmend mehr Bewusstheit in Sachen Fleischerzeugung

Wenn es um das Thema Fleischerzeugung geht, kommen meist sofort Bilder von unglücklichen Hühnern und Schweinen auf, die auf engstem Raum zusammengepfercht gehalten werden.
In den 70er Jahren prägte der bekannte Tierfilmer Prof. Dr. Bernhard Grzimek den Begriff Massentierhaltung. Glücklicherweise hat sich in den vergangenen Jahrzehnten insbesondere bei der Tierhaltung für die Nahrungsproduktion viel getan.

Immer mehr Menschen wünschen sich Fleisch von "glücklichen Tieren" und sowohl die Landwirte, die Fleischindustrie als auch die Supermarktketten reagieren darauf.
Ein Ergebnis ist beispielsweise eine vierstufige Kennzeichnung, dank derer Verbraucher auf einen Blick erkennen können, wie das Tier gelebt hat. Die Palette reicht von reiner Stallhaltung bis hin zur Kategorie "Premium".

Das Schöne dabei: Du hast die Wahl und kannst selbst entscheiden, welche Haltungsform du unterstützen möchtest. Wobei es ebenfalls sinnvoll ist, sich als Konsument einmal grundsätzlich über die aktuellen Tierhaltungsformen zu informieren. Denn der Begriff Bodenhaltung hört sich im ersten Moment zwar sehr tierfreundlich an – aber weißt du, was sich genau dahinter verbirgt?

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Ist Bodenhaltung wirklich die Lösung für alles?

Bodenhaltung klingt schön, aber es kommt immer darauf an, was daraus gemacht wird.
Tatsächlich handelt es sich bei der sogenannten Bodenhaltung von Hühnern um eine Stallhaltung. Und mit Boden ist nicht immer unbedingt der Erdboden gemeint. Im Stall können auch Zwischendecken als Böden eingezogen sein.

Zwar sitzen die Hühner nicht mehr in Käfigen, aber je nachdem wie viele sich in diesem großen Stall befinden, kann es auch mal ganz schön eng werden … Da Hühner eine Hackordnung haben, wird es für rangniedrige Tiere oftmals nicht leicht.

Ähnliches gilt für die Freilandhaltung. Hier können die Hühner zwar selbst entscheiden, ob sie im Stall sitzen oder mal nach draußen spazieren wollen, aber wichtig ist ebenfalls immer die Frage nach der Anzahl der Tiere. Insofern ist sogar hier meist noch Luft nach oben.
Wenn du auf Nummer sicher gehen möchtest, solltest du dich für Bio-Produkte entscheiden, vor allem bei Eiern. Denn um dieses Siegel zu erhalten, sind strenge Vorgaben zu erfüllen. So sind neben einer abwechslungsreichen, artgerechten Haltung und einer Höchstzahl an Tieren auch passende Beschäftigungen vorgeschrieben, um Langeweile und Aggression vorzubeugen.

Haltungssiegel der Discounter

Als Reaktion auf die Wünsche der Kunden haben sich diverse renommierte Lebensmitteleinzelhändler zusammengeschlossen und verwenden eine einheitliche Kennzeichnung der unterschiedlichen Haltungsformen, die für alle Tierarten gilt. Folgende Kategorien sind in aufsteigender Reihenfolge konzipiert:

Haltungsformen für Nutztiere in Deutschland

Quellenangabe: "obs/Kaufland/ITW"

  • Stallhaltung (gesicherte Grundbedürfnisse)
  • Stallhaltung Plus (mehrere Beschäftigungsmöglichkeiten)
  • Außenklima (freier Zugang nach draußen)
  • Premium (artgerecht mit viel Platz)

Mittels einer typischen Farbe für jede Kategorie sowie einer Zahl kannst du dich so schnell orientieren und die für dich passende Wahl treffen. Welche Bio-Siegel es in Deutschland gibt, erfahrt ihr unter: Bio-Siegel.

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Fazit

Endlich gibt es eine einheitliche Kennzeichnung. So kannst du als Verbraucher endlich mit einem Blick erkennen, aus welcher Haltungsform das Fleisch oder die Eier stammen, die Du kaufen möchtest. Und du kannst dich ebenfalls selbst entscheiden, ob dir das zusagt – oder eben nicht. Die Kennzeichnung ist ein wichtiger Schritt zum mündigeren Verbraucher.

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